Karriere ohne Leiter – Beruflicher Erfolg als Arbeitnehmer 4.0? (Pt. 1)

Wie misst man eigentlich beruflichen Erfolg, wenn es keine Karriereleiter, keine Titel und keine Hierarchiestufen zu erklimmen gibt? Woher weiß ich denn, dass ich meinen Job gut mache, wenn da kein Vorgesetzter, Abteilungs- oder Bereichsleiter ist, den ich danach fragen kann? Wenn es keine Karriereleiter gibt, bewege ich mich dann nur in der Horizontalen?

Zugegeben: Wäre ich so ein richtiger Karrieremensch, dann hätte ich schon früh viele Entscheidungen anders getroffen. Schließlich ist ein kulturwissenschaftliches Studium in Deutschland nicht gerade der Weg in die Führungsriege, zu Reichtum und Macht. Tatsächlich sind mir Geld und wichtig klingende Titel herzlich egal. Aber es gibt etwas, das mir schon immer sehr wichtig war: Erfolg. Das fing schon in der Schule an – solange ich mich erinnern kann, wollte ich gut in dem sein was ich tue und dafür mein Bestes geben. Insbesondere natürlich in den Bereichen, die mich interessieren und mir Spaß machen – zur Klassenbesten bin ich dann doch nie geworden, mein Interesse für Integral- und Vektorrechnung zum Beispiel hält sich leider heute noch in Grenzen. 😉 Aber wo mein Interesse erst einmal geweckt ist, fange ich an alle Informationen aufzusaugen, die ich zu fassen kriege und lasse dann auch nicht mehr locker, bis ich das Thema verstanden und im wahrsten Sinne angeeignet habe. Nicht zuletzt, um das Thema am Ende zu meistern und es mit einem guten Gefühl abschließen zu können.

Von daher war es sicherlich nicht überraschend, dass ich meinen Studienschwerpunkt nicht nach Vernunft- sondern nach Herzenskriterien gewählt habe. So habe ich nun also einen Bachelor in Germanistik & Psychologie, was mich daraufhin zu einem Master in Transnationaler Literaturwissenschaft geführt hat. Ein großartiger und unglaublich spannender Studiengang an der Uni Bremen übrigens.
Und heute? Heute bin ich Product Ownerin bei Traum-Ferienwohnungen und versuche unser Produkt für unsere professionellen Kunden zu optimieren, in dem ich gemeinsam mit den Kundenberatern ihre Anforderungen aufnehme und den Kollegen in der IT helfe diese Anforderungen in sinnvolle Produktfeatures zu übersetzen. Das hat nun auffällig wenig mit Literaturwissenschaft zu tun. Stimmt schon. Warum bin ich dann in dieser Rolle? Bin ich dann vielleicht gar nicht in der Lage diese sinnvoll und erfolgreich auszuführen? Na… da würde ich mal ganz selbstbewusst widersprechen.

Um das zu tun und gleichzeitig die einleitenden Fragen zu beantworten, fange ich an dieser Stelle noch mal von vorne an. Meine Geschichte mit Traum-Ferienwohnungen begann vor mittlerweile über 5 Jahren, als ich Anfang 2013 noch während meines Studiums als Werksstudentin im Bereich Vertriebssupport eingestellt wurde. Das war, als es eigentlich noch gar keine richtige Vertriebsabteilung gab und Traum-Ferienwohnungen noch ein überschaubares Start-Up-Unternehmen mit etwa 25 Mitarbeitern war – kurz nach meiner Einstellung haben wir das 20.000ste Inserat gefeiert. Während ich mich in der Uni auf drei Sprachen mit grenzüberschreitenden Kulturerzeugnissen beschäftigte, habe ich den Rest meiner Zeit damit verbracht, im Büro Inserate für Ostseeferienwohnungen zu erstellen. Ein gewisses Gefälle in – sagen wir mal – der Komplexität der Inhalte, mit denen ich mich beschäftigte, lässt sich da nicht abstreiten. Aber für mich war das alles eine neue Welt. Ferienwohnungen, Internetmarketing, Vertrieb und nicht zuletzt der Bürokosmos.

Das war so spannend, dass ich beschloss, auch nach dem Abschluss des Studiums zu bleiben. Durch eine glückliche Kombination meiner Spanischkenntnisse und unserer beginnenden Expansion ins europäische Ausland, war es mir möglich unsere Mission auf dem spanischen Festland zu verbreiten, wo ich mich als Vertrieblerin im Außendienst auf die Neukundenakquise stürzte. Unterstützt durch Verkaufscoachings und durch Beobachten und ständiges Ausfragen der Kollegen, lernte ich ‚on the job‘ die Grundlagen des Verkaufens, der Ferienvermietung in Spanien und natürlich was es heißt eine erfolgreiche Online-Plattform zu betreiben. So konnte ich mit der Zeit immerhin einen Grundstein für unseren Ausbau des spanischen Marktes legen, ein Team für unsere neu gewonnenen spanischen Kunden mit aufbauen und bei der Integration unserer ersten nicht-nationalen Datenschnittstelle unterstützen – eine aufregende Zeit!

Und es blieb aufregend – freut euch auf Teil 2. 😉

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